Schulmedizinisch angewendete Borreliose Tests

 

Es gibt leider noch keine zuverlässigen Borreliosetests. Nachfolgend werden einige vorgestellt, die zwecks Borreliosenachweis in der Schulmedizin gerne durchgeführt werden.

In der Regel handelt es sich um indirekte Tests, bei denen nicht der Erreger, sondern die Reaktion des Immunsytems auf den Erreger festgestellt wird. Die Aussagekraft ist leider nicht zuverlässig, weil man bislang noch nicht genau weiß wieviele Arten der Borrelieinfektion es überhaupt gibt. So deuteten bspw. verschiedene Labors identische Blutproben mit unterschiedlichen Resultaten, weil es viele Borrelienstämme und –rassen mit unterschiedlicher Antigen-Antikörper Reaktion gibt. Jeder Test kann falsch positive, als auch falsch negative Ergebnisse liefern, so dass man die betroffene Person als unzureichend infiziert oder nicht infiziert bezeichnen kann.

Infektionen des Menschen mit bestimmten Viren – z. B. Epstein-Barr-Virus – sowie dem Erreger der Syphillis, der ebenfalls zu der Bakteriengruppe der Spirochäten wie die Borreliose zählt, können als falsch positiver Borreliosebefund gedeutet werden.

Die zu frühe Untersuchung des Organismus auf Antikörper führt zu Fehlern, weil die ersten Antikörper frühestens zwei Wochen nach der erfolgten Infektion auftreten und nachgewiesen werden können.

Die besondere Eigenschaft der Borrelien sich zu verwandeln und monatelang vom Immunsystem unerkannt zu bleiben ist eine weitere mögliche Fehlerquelle der Tests.

Weil es derzeit noch keinen eindeutigen und zuverlässigen Test gibt werden nur einige wenige in Kurzform erläutert, die allerdings in meiner Praxis keine Anwendung finden.

Liquor Test

Für diesen Test wird Nervenwasser zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel entnommen, welches Aussagekraft über den akuten Zustand des Patienten geben soll. Werden entzündliche Werte im Nervenwasser ausfindig gemacht, erfolgt oft die Antibiotikabehandlung. Die Entnahme des Nervenwassers ist schmerzhaft und mit Risiken verbunden. Sie führt in 30% aller Fälle zu Falschaussagen. Bei der chronischen Form der Borreliose reagieren nur rd. 7-9% der Liquoruntersuchungen positiv auf Borrelien-Antikörper.

DNA Test oder Polymerase-Kettenreaktionstest

Mit diesem Test werden Teilchen der Spirochäten DNA im Blut des Wirts nachgewiesen. Alternativ können der Urin, Gewebeproben, die Haut als auch Haare zur Beweisführung herangezogen werden. Der Test zeigt ebenso wie der Liquortest erhebliche Fehlermöglichkeiten. Oft liegen in verschiedenen Proben unterschiedliche Borrelienmengen oder gar keine vor, so dass die Methode nur in der Frühphase der Infektion relativ zuverlässig sein kann, aber nicht im chronischem Stadium. Im chronischem Stadium wird ihre Zuverlässigkeit auf unter 30 % geschätzt.

Antikörper Bluttest

Bei diesem Test wird das Vorhandensein des Antiköper Titers im Blut festgestellt. Weil sich die Antikörper jedoch nicht fortwährend im Blut befinden – IgM-Antikörper bilden sich erst ab der dritten Infektionswoche und verschwinden nach der achten – erhält man möglicherweise entsprechende Fehlresultate. IgG-Antikörper bilden sich erst dann, wenn der Patient keine aktive Borreliose mehr hat. Sie bleiben im Blut vorhanden, wodurch der Patient positiv getestet werden kann.

Wenn sich die Antikörper am Antigen des Bakteriums (Borrelie) befestigen um es zu neutralisieren, kann man sie nicht mehr als Antikörper identifizieren, weil sie Teil des Antikörper-Antigen Komplexes (Immunsystem-Borrelie-Komplexes) geworden sind. Bei Patienten mit starker Borrelieninfektion sind viele Antikörper an den Antigenen durch die Abwehrreaktion gebunden. Dies führt zur Verminderung der Antikörperzahl und kann infolge zur Fehlanalyse führen.

Elisa Test

Dies ist ein schulmedizinischer Test bei dem untersucht wird, ob der menschliche Organismus bereits einmal Kontakt mit dem Erreger hatte und darauf reagierte. Es wird die Wechselwirkung zwischen Antigen (Borrelie) und Antikörper (Immunglobine) nachgeweisen. Gegen den Test spricht, dass bei einer besonders früh eingesetzten Antibiotikatherapie die Bildung von Antikörpern unterdrückt wurde.

Lymphozytentransformationstest (Borrelien-LTT)

Der Lymphozytentransformationstest (LTT) ist ein Laborverfahren zum Nachweis antigen-spezifischer T-Lymphozyten. Er findet seine Anwendung in der Immunfunktionsdiagnostik. Seit einigen Jahren wird er ebenfalls in der Erregerdiagnostik - wie der Borreliose-Diagnostik - angenwandt.
Bei diesem Test werden Lymphozyten des Patienten mit Borrelien-Bestandteilen im Labor zusammengefügt. Im Anschluss daran wird gemessen, ob sich diese Lymphozyten langsam oder schnell vermehren.
Man geht davon aus, dass wenn der Patient  keine  Borrelieninfektion hat, vermehren sich die Lymphozyten nur langsam, da die Zellen die Borrelien nicht kennen. Ist der Patient mit Borrelien infiziert, sind die Lymphozyten gegenüber Borrelien von vorneherein sensibilisiert. Kommen sie im LTT  – wie zuvor im Körper des Patienten  – mit Borrelien in Berührung, vermehren sie sich sehr schnell. Ist die Infektion vorbei, gehen die Lymphozyten stark zurück. Im LTT wird nur noch eine schwache
Vermehrung gemessen.

Westernblot Test

Bei diesem Test werden von einer Borrelienkultur Einzelproteine getrennt und sortiert auf einen Trägerstreifen aufgebracht (Blot). Dieser Streifen wird mit dem Serum der zu untersuchenden Person beschichtet. Wenn im aufgebrachten Blut Antikörper gegen Borreliose vorhanden sind, kommt es zu einer Farbreaktion auf dem Streifen. Anhand des entstehenden Farbmusters stellt man fest, ob es sich um eine jüngere oder bereits ältere Infektion handelt. Leider kommt es jedoch nicht immer zu dem idealen Farbverlauf, so dass auf eine akute Borrelieninfektion gedeutet werden kann, obwohl sie bereits längst chronisch vorliegt und dementsprechend schädlich im Wirt wütet. Man erfährt nicht, ob die bestehende Borrelieninfektion noch aktiv ist.

Im Anschluss an diese Tests werden von der Schulmedizin oft Antibiotika verabreicht. Diese Therapieform ist leider einseitig nur auf die Borrelientötung ausgelegt, ohne die Toxinabgabe der Borrelien zu berücksichtigen.

Die Antibiotikabehandlung ist für den Organismus kein schonendes Behandlungsverfahren. Es kommt häufig vor, dass während der Antibiotikabehandlung zunehmend Nebenwirkungen in einer nicht mehr vertretbaren Intensität und Häufigkeit auftreten, die das Therapieverfahren fragwürdig erscheinen lassen.